IGdJ Jubiläumssticker

Digitale Perspektiven auf einen geteilten Bestand

Welche Möglichkeiten bietet die Digitalisierung eines Gemeindearchivs, das über 400 Jahre jüdische Geschichte dokumentiert und an zwei unterschiedlichen Standorten bewahrt wird? Diese vom Institut für die Geschichte der deutschen Juden (IGdJ) herausgegebene Website eröffnet Zugang und Einblicke in den Bestand der jüdischen Gemeindearchive Hamburgs, der im Hamburger Staatsarchiv (StaHH) und in den Central Archives for the History of the Jewish People (CAHJP, zukünftige Archives of the Jewish People, AJP) in Jerusalem bewahrt und dort seit einigen Jahren jeweils digitalisiert wird. Neben Informationen zur (Teilungs-)Geschichte dieses Bestandes zeigt die Website zugleich digitale Recherche- und Nutzungsmöglichkeiten auf.

Zeitstrahl „Die Archive der Hamburger jüdischen Gemeinden – (Be)Deutungen, Ansprüche und Perspektiven“

Der interaktive Zeitstrahl wirft anhand von Zitaten Schlaglichter auf die Geschichte der Hamburger Gemeindearchive zwischen 1936 und heute sowie auf die sich wandelnden (Be)Deutungen, Ansprüche und Perspektiven der jeweils beteiligten Akteure und Akteurinnen. Mehr zur Geschichte des (geteilten) Bestandes findet sich [hier].

Hamburger Schlüssel­dokumente zur deutsch-jüdischen Geschichte

Ausgewählte Quellen aus den Central Archives for the History of the Jewish People und dem Staatsarchiv Hamburg stehen in der vom Institut für die Geschichte der deutschen Juden herausgegebenen Schlüsseldokumente-Edition als digitale Faksimiles und annotierte Transkripte bereit. Kurze Kommentare ordnen die Quellen zudem in ihren Entstehungskontext und größere Fragestellung der deutsch-jüdischen Geschichte ein.

Beteiligte Institutionen

Gebäude der National Library of Israel, in der die CAHJP untergebracht sind, 2026.

Central Archives for the History of the Jewish People

Die heutigen Central Archives for the History of the Jewish People (CAHJP, zukünftig Archives of the Jewish People, AJP) wurden 1939 in Jerusalem gegründet und umfassen Bestände aus tausenden jüdischen Gemeinden aus aller Welt und internationalen jüdischen Organisationen. Das Originalmaterial unterteilt sich in drei primäre Bestandskategorien: Jüdische Gemeinden, internationale jüdische Organisationen und Privatsammlungen. [Mehr]

Außenansicht des IGdJ.

Institut für die Geschichte der deutschen Juden

Das Institut für die Geschichte der deutschen Juden (IGdJ) wurde 1966 als erste Einrichtung in der Bundesrepublik, die sich ausschließlich der Erforschung der deutsch-jüdischen Geschichte widmete, gegründet. Als außeruniversitäres Forschungsinstitut setzt es Forschungs- und Vermittlungsprojekte, wie z.B. zur Migrations-, Rechts- und Architekturgeschichte, zur Shoah und ihrer Nachgeschichte, zum jüdischen Leben in der Gegenwart, zu aktuellen Fragen des Erinnerns und Gedenkens sowie zur Digital Jewish History um. [Mehr]

Außenansicht Staatsarchiv Hamburg, Foto: Nina Schwenke.

Staatsarchiv Hamburg

Das Staatsarchiv Hamburg (StaHH) blickt auf eine über 300-jährige Geschichte als eigene Verwaltungseinheit zurück. Seine Ursprünge reichen sogar bis ins Mittelalter. So wird im Jahre 1293 erstmals urkundlich ein städtisches Archiv erwähnt. Dieses war Aufbewahrungsort für die rechtlich bedeutsamen Urkunden und wurde unmittelbar vom Rat beaufsichtigt. Daran änderte sich auch nichts, als 1648 ein eigener Archivregistrator eingesetzt wurde. [Mehr]